Bildung ist – Zukunft bauen

14 Jahre „Shule ya Herberti“

Bildung ist der einzige Weg, auf dem die Armut in Tansania langfristig bekämpft und die Freiheit der Tansanier erhalten werden kann.

Informationen zur Herbert-Wallbrecher-Schule
Von Toni Langenegger,
Leiter der Schule 2004–2014

Lernen macht Freude

Das Zitat stammt von Frau Sayuni, Qualitätsbeauftragte für Schulbildung des Distrikts Morogoro 2016 bei ihrem Besuch der Herbert-Wallbrecher- Schule in Mikese. Der Wahlspruch dieser Schule – die von ihren Schülerinnen und Schülern kurz „Shule ya Herberti“ genannt wird – drückt Ähnliches aus mit dem kurzen Satz: „Bildung ist – Zukunft bauen“. Eine Erkenntnis, die alle Beteiligten der Schule in die Pflicht nimmt, alles zu tun, damit jede Schülerin und jeder Schüler sich entwickeln kann und zu Erfolgen kommt.

Schulmaterialien

Bei der entscheidenden staatlichen Abschlussprüfung der siebten Klasse nahm im vergangenen Jahr die Herbert-Wallbrecher-Schule mit ihren Prüfungsergebnissen unter den 150 Schulen des Distrikts Morogoro den vierten Platz ein.

Das interessiert die Schülereltern, seien sie nun christlicher, muslimischer oder einheimisch-religiöser Herkunft. Auch die Qualitätsbeauftragten für die staatlichen Schulen im Distrikt fragen nach dem „Geheimnis“ der Herbert-Wallbrecher-Schule.

Es begann mit dem Unterrichten „verspäteter Schüler“

Es begann mit dem Unterrichten „verspäteter Schüler“

Leonard Mudende, ausgebildeter Volksschullehrer, zog im Jahr 2001 mit seiner Familie nach Mikese, um dort zusammen mit anderen Mitgliedern der tansanischen Catholic Integrated Community den Aufbau der Pfarrei St. Nikolaus zu unterstützen. Damals gab es in Mikese eine größere Anzahl von Kindern, die das Einschulungsalter überschritten hatten und nun von der dortigen staatlichen Schule abgelehnt wurden. Diese war, wie viele andere Schulen auf dem Land, dem Andrang der hohen Schülerzahlen nicht gewachsen. Leonard Mudende holte diese „Spätschüler“ von der Straße und begann sie zu unterrichten.

Es entstand die erste Privatschule im Umland von Morogoro

Die erste Privatschule im Umland von Morogoro

Das hohe Interesse der Eltern an einer guten Ausbildung ihrer Kinder und die guten Erfolge bei der Unterrichtung dieser „Spätschüler“ ließen bei den Mitgliedern der tansanischen Catholic Integrated Community den Entschluss reifen, in Mikese eine Primarschule aufzubauen. Es sollte die erste Privatschule in Morogoro-Land werden. Denn Privatschulen findet man in Tansania nur in Gegenden mit guten Verdienstmöglichkeiten; dazu gehört Mikese aber nicht.
Im Vertrauen auf ein gutes Zusammenwirken von motivierten Lehrern, von Eltern, die Geld sparen, um es in die Bildung ihrer Kinder zu investieren, und von Förderern aus Europa, die das Ihrige dazulegten, begann die Herbert-Wallbrecher-Schule im Jahr 2004 mit dem Unterricht für 22 Schüler. Heute werden in ihrer Primar- und Vorschule 325 Schüler unterrichtet: 40 % der Kinder sind Katholiken, 20 % andere Christen, 40 % Muslime.

Sachkundiges und lebendiges Teamwork

Dass es Lehrerinnen und Lehrern an der „Shule ya Herberti“ immer neu gelingt, ihre Zöglinge bis auf wenige Ausnahmen so vorzubereiten, dass sie die Abschlussprüfung bestehen, hängt damit zusammen, dass die Schule nicht für sich alleine steht. Sie profitiert konkret von den Erfahrungen ihrer „großen Schwester“, der Reinhard-Wallbrecher-Schule in München, sowie von dem Schatz an Erfahrungen, die viele Mitwirkende, Afrikaner wie Europäer, persönlich und beruflich im Umfeld der Katholischen Integrierten Gemeinde gewonnen haben und in das Team der Verantwortlichen der Schule einbringen.